3. Februar 2018

Digitalisierung dort umsetzen, wo es Sinn macht

von Christian Beer

Autonome Transportroboter ermöglichen einen durchgängigen Datentransfer. Lieferzeiten verkürzen sich durch Digitalisierung der Bestellvorgänge signifikant.

Digitalisierung ist derzeit das beherrschende Thema, welche die Industrie in Zusammenhang mit der vierten Industriellen Revolution umtreibt. Einer der Vorarlberger Leitbetriebe, wenn es um dieses Thema geht, ist Heron. Digitalisiert wird beim Dornbirner Automatisierungs- und Intralogistik-Spezialisten jedoch nur wenn ein Mehrwert daraus entsteht.

Christian Beer, Inhaber und Geschäftsführer der Heron-Gruppe: „Digitalisierung macht nur dann Sinn, wenn Sie zur Steigerung der Qualität in den Prozessen und Produkten beiträgt oder dazu führt, dass Verschwendung vermieden und die Geschwindigkeit erhöht wird.“ Wenn sich nicht einer dieser Vorteile einstellen würden, ist sich Beer sicher, sei die Digitalisierung selbst Verschwendung.

Schnellste Lieferzeit durch automatisierten Bestellvorgang

„Schlussendlich sollte uns die Digitalisierung helfen, unseren Kunden einen Mehrwert bieten zu können“, meint Beer.

Bei Robotunits beispielsweise, eine von drei operativ tätigen Firmen bei Heron, ist der komplette Bestellvorgang digitalisiert. Wenn ein Kunde online im Webshop ein Förderband konfiguriert und bestellt, erhält jeder Lieferant zeitgleich einen generischen Code, der wiederum bei ihnen einen Bestellvorgang auslöst. Der Motorenlieferant weiß, welcher Motor benötigt wird. Ebenso weiß der Gurtlieferant, welcher Förderriemen geliefert werden muss. „So schaffen wir es, ein maßgeschneidertes Förderband in vier Tagen auszuliefern“, erklärt Beer.

Digitalisiert sind aber auch die Produkte aus dem Hause Heron. So zum Beispiel verbinden die autonomen Transportroboter von Servus Logistik und Produktion schnittstellenlos und automatisieren den Materialfluss entlang der gesamten Wertschöpfungskette von Wareneingang bis Warenausgang. „Kunden haben dadurch den Vorteil, dass ihnen Produkt- und Produktionsdaten jederzeit in Echtzeit zur Verfügung stehen und einen Überblick über sämtliche Leistungsdaten haben“, sagt Beer. Schnellere Feedbackschleifen sind die Folge, Suchzeiten gehören der Vergangenheit an.

Von der Digitalisierung im Servus System hat unter anderem auch schon die Sonova AG, der weltweit führende Hersteller für Hörgeräte. „Hier ist es so, dass Servus die komplette Inhouse-Logistik abwickelt“, sagt Beer und führt aus: „Wenn ein Kunde in New York in einem Shop ein Hörgerät kauft und dieses an der Kasse abgescannt wird, löst das am Hauptsitz in Stäfa bei Zürich automatisch einen Produktionsauftrag aus und Servus legt los. Der Kunde also gewinnt enorm an Geschwindigkeit und kann seine Lagerbestände wesentlich reduzieren.“

Agententechnologie für intelligentes Handeln

In der Entwicklung ginge auch alles in die Richtung der zuvor genannten Beispiele. „Es geht vor allem um geschlossenen, durchgängigen Datentransfer vom Kunden bis zur Wiederbeschaffung, um Feedback in Echtzeit. Es geht auch um digitale Agententechnologie, sprich, dass Maschinen miteinander kommunizieren und Entscheidungen autonom und intelligent treffen.“ Bei Servus bedeutet dies, dass die Transportroboter ARC3 (Autonomous Robotic Carrier) mittels Agententechnologie mit ihren Systemkomponenten aktiv kommunizieren, so unnötige Stehzeiten vermeiden und autonom und intelligent handeln. Dadurch steigert sich die Effizienz im System um ein Vielfaches, da für dieselbe Leistung wesentlich weniger Fahrzeuge benötigt werden.

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Die autonomen Transportroboter von Servus liefern das Material zur richtigen Zeit in der gewünschten Menge an den gewünschten Ort im Unternehmen und liefern die Daten gleich mit.

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